16. Juni 2021

CDU: Straße oder Platz nach Ernst Loeb benennen

Mit dem Vor­schlag, eine Stra­ße oder einen geeig­ne­ten Platz nach dem in Ander­nach gebo­re­nen Prof. Dr. Ernst Loeb zu benen­nen, hat sich die CDU-Stadt­­­rats­­frak­­ti­on an die Stadt­ver­wal­tung gewandt. Loeb wur­de 1914 in Ander­nach gebo­ren, ging hier zur Schu­le, bis er als Jude in der Nazi­zeit vom KSG abge­hen muss­te, wur­de 1936 ver­trie­ben, über­leb­te in Isra­el und den USA und kehr­te immer wie­der nach Ander­nach zurück.

Bei sei­nem Besuch im Ander­nacher Rat­haus und einem Emp­fang der Stadt sag­te Prof. Dr. Loeb, ein eigen­ar­ti­ges Gefühl beschlei­che ihn, wenn er wie­der durch die Stra­ßen sei­ner Hei­mat­stadt gehe. Es sei ihm sehr deut­lich zum Bewußt­sein gekom­men, daß er Ander­nach viel zu ver­dan­ken habe. Er wer­de auch wei­ter­hin bestrebt sein, die Freund­schaft zur Stadt und zu sei­nen Schul­ka­me­ra­den zu erhal­ten — “trotz allem, was gesche­hen ist. Das Bekennt­nis zur Hei­mat und zur Mut­ter­spra­che ist ein Bekennt­nis zu uns selbst und zu unse­rem bes­se­ren Ich.“

Die Lie­be zu Ander­nach hat Ernst Loeb 1952, ein Jahr nach sei­nem ers­ten Nach­kriegs­be­such in der Stadt, zu einem Gedicht unter dem Titel “An mei­ne Vater­stadt” ange­regt, das auf bei­spiel­haf­te Wei­se die Ver­bun­den­heit, aber auch den Wil­len zur Ver­söh­nung zeigt.

Es ist an der Zeit, einen gro­ßen Ander­nacher, der für Ver­söh­nung und Aus­gleich nach den dunk­len Stun­den unse­rer Geschich­te steht, zu ehren und zu geden­ken“, so Hans-Georg Han­sen in sei­nem Antrag an den Kul­tur­aus­schuss. Eine geeig­ne­te Benen­nung wür­de nicht nur einen mit Ander­nach ver­bun­de­nen Autor und Ander­nacher ehren, son­dern zugleich auch ein Zei­chen der Erin­ne­rung, der Aus­ein­an­der­set­zung mit unse­rer Ver­gan­gen­heit und der Abgren­zung zum Anti­se­mi­tis­mus set­zen. Daher wür­de sich zB ein Platz wie der vor dem Rhein­tor eig­nen, da Loeb ja aus der Alt­stadt stammt.