8. Dezem­ber 2017

CDU-Vertreter im Gespräch mit Rasselstein Betriebsrat: Sorge um Betrieb in Andernach

Zu einem Infor­ma­ti­ons­ge­spräch zur Zukunft des Ander­nacher Ras­­sel­stein-Werks tra­fen sich jetzt CDU-Ver­­­tre­­ter ver­schie­de­ner poli­ti­scher Ebe­nen mit dem Vor­stand des Betriebs­ra­tes. Die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Mecht­hild Heil, die Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Hedi The­len, der Ander­nacher Bür­ger­meis­ter Claus Peitz und der Vor­sit­zen­de der CDU-Frak­­ti­on im Ander­nacher Stadt­rat, Ger­hard Mas­berg, dis­ku­tier­ten mit dem Betriebs­rats­vor­sit­zen­den Wil­fried Stenz und den frei­ge­stell­ten Betriebs­rä­ten Karl-Heinz Becker, Alex­an­dra Boh­nert und Marc Win­ter. The­ma war die Ent­wick­lung des Stand­or­tes,  ins­be­son­de­re im Zusam­men­hang mit der geplan­ten Fusi­on der Stahl­spar­ten von Thys­sen­Krupp und Tata Steel. „Ich hat­te bereits vor eini­gen Wochen Gele­gen­heit mit den Vor­stän­den von Ras­sel­stein das The­ma zu erör­tern und bin dank­bar, nun auch mit Arbeit­neh­mer­ver­tre­tern die­ses für unse­re Regi­on so wich­ti­ge The­ma bear­bei­ten zu kön­nen“, bedank­te sich Mecht­hild Heil für die Einladung.

Wir wis­sen, was wir am Ras­sel­stein und sei­nen Beschäf­tig­ten haben. Wir brau­chen in Ander­nach und der gesam­ten Regi­on die qua­li­fi­zier­ten Arbeits- und Aus­bil­dungs­plät­ze”, drück­te Hedi The­len MdL die ein­heit­li­che Posi­ti­on der CDU-Poli­­ti­­ker aus, die mit  Unver­ständ­nis auf die For­de­rung des Thys­­sen­­Krupp-Groß­in­­ves­­tors Cevi­an, der die Zer­schla­gung des Kon­zerns for­dert, reagier­ten. Betriebs­rats­vor­sit­zen­der Stenz erläu­ter­te die schwie­ri­ge Gemenge­la­ge bei den Fusi­ons­ver­hand­lun­gen, bei der nicht „nur“ zwei Welt­kon­zer­ne am Tisch sit­zen, son­dern im Hin­blick auf das künf­ti­ge Joint Ven­ture auch ver­schie­de­ne For­men der Mit­be­stim­mung eine gro­ße Rol­le spie­len. „Wir sind bereit, hart für unse­re Posi­ti­on und die Mit­ar­bei­ter in Ander­nach zu kämp­fen, schließ­lich kön­nen wir mit der selbst­be­wuss­ten Argu­men­ta­ti­on eines kon­ti­nu­ier­li­chen Gewinn­brin­gers des Kon­zerns in die Ver­hand­lun­gen gehen.“

Das unter­strich auch die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Mecht­hild Heil: „Wenn Indus­trie­be­trie­be wei­ter­hin in Deutsch­land eine Zukunft haben sol­len, müs­sen wir poli­tisch die Grund­la­gen dafür schaf­fen. Dazu gehört auch die EEG-Umla­­ge-Befrei­ung von ener­gie­in­ten­si­ven Unter­neh­men, die ich unter­stüt­ze.“ Im wei­te­ren Dia­log wur­de deut­lich, dass nicht nur auf natio­na­ler Ebe­ne die Bedeu­tung von qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Indus­trie­stand­or­ten Wert­schät­zung erfah­ren muss, son­dern auch die Euro­päi­sche Uni­on mit der not­wen­di­gen Sen­si­bi­li­tät Indus­trie­län­der unter­stüt­zen soll­te. Die bei­den Abge­ord­ne­ten Mecht­hild Heil MdB und Hedi The­len MdL sicher­te dazu die Rück­kopp­lung mit dem CDU-Euro­­pa­a­b­­ge­or­d­­ne­­ten Dr. Wer­ner Lan­gen zu: „Gera­de der EU-Emis­­si­on­s­­rech­­te­han­­del stellt ein sol­ches Werk­zeug dar, bei dem das rich­ti­ge Maß zwi­schen Kli­ma­schutz und Kos­ten­druck für die Indus­trie gefun­den wer­den muss. Es hilft schließ­lich nie­man­dem, wenn wir inner­halb der EU gan­ze Stand­or­te und damit die Arbeits­plät­ze gefähr­den, not­wen­di­ge Inves­ti­tio­nen aus­blei­ben und sich die Pro­duk­ti­on in Län­der außer­halb der EU ver­la­gert, die es mit Umwelt­schutz nicht so genau nehmen.“

Pla­nungs­si­cher­heit spielt eine gro­ße Rol­le, schließ­lich brau­chen wir am Stand­ort drin­gend Inves­ti­tio­nen. Dabei ist es egal, ob für ein Sze­na­rio mit oder ohne Fusi­on. Mit moder­nen Pro­duk­ti­ons­an­la­gen lässt sich Ras­sel­stein wei­ter gewinn­brin­gend betrei­ben“, unter­mau­ert Betriebs­rats­vor­sit­zen­der Wil­fried Stenz die Not­wen­dig­keit von Inves­ti­tio­nen. Auch von den kom­mu­na­len CDU-Ver­­­tre­­tern, Bür­ger­meis­ter Claus Peitz und Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Ger­hard Mas­berg, gab es Rücken­wind: „Wir müs­sen immer wie­der öffent­lich benen­nen, was ein Arbeit­ge­ber wie Ras­sel­stein für uns in Ander­nach ins­ge­samt, aber auch kon­kret bei­spiels­wei­se am Hafen bedeu­tet. Die­sen regio­na­len Rück­halt soll­ten wir als Signal aus­sen­den.“ So ver­ab­re­de­te man, im engen Kon­takt zu blei­ben und im kom­men­den Jahr ein wei­te­res Gespräch ins Auge zu fas­sen um die Ent­wick­lun­gen zu besprechen.