3. April 2016

600 Jahre Karneval in Andernach — CDU besucht interessant Ausstellung

Seit 600 Jah­ren fei­ert Ander­nach nach­weis­lich Fast­nacht. Dies doku­men­tiert eine Urkun­de aus dem Jah­re 1416 die besagt, dass die Bür­ger und Gesel­len von städ­ti­scher Sei­te einen Zuschuss für ihre Fast­nachts­fei­er erhiel­ten. Mit einer Son­der­aus­stel­lung im Stadt­mu­se­um wird die lan­ge Tra­di­ti­on der Fast­nacht gewür­digt und mit zahl­rei­chen sel­te­nen und inter­es­san­ten Aus­stel­lungs­stü­cken dokumentiert.

Die CDU Ander­nach nahm dies zum Anlass, sich die Aus­stel­lung mit einer fach­kun­di­gen Füh­rung anzu­se­hen. Mar­kus Topp, „et Töpp­che“, selbst ehe­ma­li­ger Prinz und begeis­ter­ter Kar­ne­va­list, führ­te gemein­sam mit Peter Lau­mann die Christ­de­mo­kra­ten unter Lei­tung ihrer Vor­sit­zen­den und Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Mecht­hild Heil sowie des kul­tur­po­li­ti­schen Spre­chers der Stadt­rats­frak­ti­on, Dr. Hans-Georg Han­sen sowie Bür­ger­meis­ter Claus Peitz und wei­te­ren Gäs­ten durch die Ausstellung.

Topp hat vie­le Expo­na­te aus sei­ner Pri­vat­samm­lung, dem „Ander­nacher Fast­nachts Klad­de­ra­datsch“ dem Stadt­mu­se­um zur Ver­fü­gung gestellt und erklär­te den inter­es­sier­ten Besu­chern Bedeu­tung, Her­kunft und Geschich­te der vie­len Orden, Urkun­den, Fah­nen und Kos­tü­men. Topp wuss­te außer­dem mit zahl­rei­chen Anek­do­ten und gro­ßem Hin­ter­grund­wis­sen zu begeistern.

Wir haben in Ander­nach eine gro­ße und leben­di­ge Kar­ne­vals­tra­di­ti­on, die 600-jäh­­ri­­ge Geschich­te ist durch die aus­ge­stell­te Urkun­de, die uns das Lan­des­mu­se­um dan­kens­wer­ter­wei­se zur Ver­fü­gung gestellt hat, doku­men­tiert. Aber es gibt Hin­wei­se, dass es mög­li­cher­wei­se schon frü­her eine Art Fast­nacht in Ander­nach gab“, so Topp.

Die Aus­stel­lung wid­met sich den vier Korps, den Möh­nen „Ewig Jung“, der GERAK, den Kar­ne­vals­ver­ei­nen der Orts­tei­le sowie dem Fest­aus­schuss. Zu den ältes­ten Stü­cken gehört neben der Urkun­de eine hand­ge­mal­te Kar­ne­vals­fah­ne von 1914 und die ältes­te Nar­ren­kap­pe (um 1920). Einer Erklä­rung bedür­fen die vie­len Orden, Mar­kus Topp wuss­te zu allen eine Geschich­te zu erzäh­len. An einer Wand hän­gen Orden, die weder einem Jahr noch einem Anlass zuge­ord­net wer­den kön­nen. „Wir hof­fen, dass Besu­cher viel­leicht Hin­wei­se geben kön­nen“ so Topp.
Inter­es­sant ist auch die Gale­rie der Ander­nacher Prin­zen­paa­re. „Ein Gang durch die Aus­stel­lung ist gleich­zei­tig auch ein Gang durch die Ander­nacher Geschich­te. Hier wird unser kar­ne­va­lis­ti­sches Brauch­tum auf her­vor­ra­gen­de Wei­se prä­sen­tiert und mit vie­len Infor­ma­tio­nen ange­rei­chert. Mit einer Bea­mer­prä­sen­ta­ti­on wer­den die Besu­cher mit zahl­rei­chen Fotos auf das The­ma ein­ge­stimmt, bevor es dann mit der Aus­stel­lung los­geht. Wir kön­nen nur jedem emp­feh­len, das Stadt­mu­se­um zu besu­chen und an einer fach­kun­di­gen Füh­rung teil­zu­neh­men. Fast­nacht ist Teil unse­rer Geschich­te und leben­di­ges Brauch­tum. So vie­le Men­schen haben sich in all den Jah­ren für die­ses Brauch­tum enga­giert, so vie­le tun es heu­te immer noch. Die Kar­ne­vals­ver­ei­ne in der Kern­stadt haben zusam­men gut 3000 Mit­glie­der, ihnen und allen Akti­ven spre­chen wir ein herz­li­ches Dan­ke­schön aus. Und immer ist es gelun­gen, das Brauch­tum im Wan­del der Zei­ten wei­ter­zu­ent­wi­ckeln – tra­di­ti­ons­be­wusst und modern. Gleich­zei­tig wird von den Ver­ei­nen eine her­vor­ra­gen­de Jugend­ar­beit geleis­tet, mit vie­len Ange­bo­ten gelingt es immer, den Nach­wuchs für unse­re Tra­di­tio­nen zu begeis­tern. Das ist aller Ehren wert“ beton­te Mecht­hild Heil und dank­te Mar­kus Topp und Peter Lau­mann für ihre außer­or­dent­lich inter­es­san­te Füh­rung. Die Aus­stel­lung kann noch bis zum 8. Mai im Stadt­mu­se­um besich­tigt werden.