10. Okto­ber 2014

CDU sorgt sich um Michaelskapelle — Nutzung findet nicht mehr statt

Umge­ben vom Lärm eines Schul­ho­fes ver­kommt vor hun­der­ten von Schü­lern, abge­sperrt von einem Bau­zaun, mit der Micha­els­ka­pel­le ein archi­tek­to­ni­sches Klein­od aus der Stauferzeit.

Die aus dem Jahr 1220 stam­men­de ehem. Fried­hofs­ka­pel­le St. Micha­el in Ander­nach zählt nach einer Stel­lung­nah­me der Deut­schen Stif­tung für Denk­mal­schutz zu den her­aus­ra­gen­den Ver­tre­tern rhei­ni­scher Spät­ro­ma­nik und weist eine über­re­gio­na­le Bedeu­tung auf. Es impo­nier eine rei­che Glie­de­rung der Fas­sa­den durch umlau­fen­de Blend­bö­gen in zwei Geschos­se, in der sich die ehe­ma­li­ge Dop­pel­ge­schos­sig­keit im Inne­ren widerspiegelt.

Mehr­mals schon sind Bemü­hun­gen der Pfar­rei St. Albert geschei­tert, eine Reno­vie­rung der aus der Stau­fer­zeit stam­men­den Micha­els­ka­pel­le durch­zu­füh­ren, u.a. auch des­halb, weil die Stadt eine Bezu­schus­sung abge­lehnt hat. Inzwi­schen las­sen sich an dem Bau erheb­li­che Fas­sa­den­schä­den durch abbre­chen­de Schmuck­ele­men­te fest­stel­len. Hin­zu kom­men Schä­den an der Schie­fer­dach­ab­de­ckung und an der Dach­ent­wäs­se­rung sowie an den Fens­tern, von denen eini­ge zer­bro­chen sind. Not­si­che­run­gen wur­den bereits vor­ge­nom­men, es erfolg­te auch eine Absper­rung um die Kapel­le her­um. Auch die Strom­ver­sor­gung in der Kapel­le ist nicht mehr vor­han­den, nach­dem auf dem Schul­hof bei Bau­ar­bei­ten wohl ein Kabel zer­stört wur­de. Die Schä­den haben ein der­ar­ti­ges Aus­maß ange­nom­men, dass die Kapel­le in den Stadt­füh­run­gen nicht mehr gezeigt wer­den kann.

Im Jahr 2004 noch hat­ten Schü­ler und Schü­le­rin­nen mit­ge­hol­fen, das klei­ne Got­tes­haus aus der Stau­fer­zeit mit Wand­be­hän­gen, Tep­pich­bo­den und Hockern geschmack­voll ein­zu­rich­ten. Es dien­te dann für eini­ge Jah­re dem Reli­gi­ons­un­ter­richt, der Begeg­nung und der Medi­ta­ti­on. Aber seit 5 Jah­ren fin­det eine Nut­zung nicht mehr statt. Jetzt wird sei­tens der Deut­schen Stif­tung für Denk­mal­pfle­ge das feh­len­de Bewusst­sein bedau­ert, „dass ein Denk­mal direkt vor den Augen der her­an­wach­sen­den Schü­ler so verkommt“.

Nun hat­te der CDU-Arbeits­­kreis Kul­tur Gele­gen­heit, mit Anwoh­nern und dem Ver­wal­tungs­rats­vor­sit­zen­den der Pfar­rei St. Albert, Herrn Wil­li Thieß und Bür­ger­meis­ter Claus Peitz die Kapel­le zu besich­ti­gen. Auch wenn im Inne­ren teil­wei­se Scher­ben den Boden bede­cken, ist das Gebäu­de doch noch innen in einem bemer­kens­wert guten Zustand, sicher auch, weil es ein sehr mas­si­ves Gebäu­de ist.

Für die CDU bean­trag­te deren Kul­tur­spre­cher Hans-Georg Han­sen in einem Schrei­ben an die Stadt­ver­wal­tung, im Kul­tur­aus­schuss und im Rah­men der Haus­halts­plan­be­ra­tun­gen ein Kon­zept zu wei­te­ren Nut­zung der Kapel­le mit der Pfar­rei, dem Kreis und den Schul­lei­tun­gen der angren­zen­den Schu­len zu erar­bei­ten, das auch die Mög­lich­keit der Sanie­rung beinhal­tet. „Das Ziel soll­te es sein, gemein­sam die­ses für die Stadt­ge­schich­te und über­re­gio­nal bedeut­sa­me Klein­od vor­zeig­bar zu erhal­ten und nicht wei­ter hin­ter Bau­zäu­men zu ver­ste­cken“, beton­te Hansen.

Nach­dem die Kapel­le durch die Pfar­rei nicht mehr genutzt wer­de, von der Pfar­rei sogar die Bereit­schaft ange­deu­tet wer­de, die Kapel­le für einen sym­bo­li­schen Preis an die Stadt bzw. den Kreis zu über­tra­gen, soll­te über Mög­lich­kei­ten des Erhalts der Kapel­le ohne Scheu­klap­pen neu nach­ge­dacht wer­den. Dies sei sicher auch im Zusam­men­hang mit einer mög­li­chen Nut­zung zu sehen, wobei sich eine Ein­be­zie­hung in das Schul­zen­trum, sowie für Aus­stel­lun­gen und Kon­zer­te anbie­ten wür­de, beton­te Hansen..