25. Mai 2013

Ausgrabungen in Andernach bringen sensationelle Erkenntnisse — Hervorragend erhaltene römische Gebäudereste

Hier­von konn­ten sich Mit­glie­der des CDU-Arbeits­­krei­­ses Kul­tur bei einer Besich­ti­gung mit Gra­bungs­lei­ter Frank Brü­ning­haus über­zeu­gen. Auf dem Gelän­de zwi­schen Hochstrasse/Kirchstrasse und Kon­­rad-Ade­­n­au­er-Allee (ehem. Wei­ß­hei­­mer-Gelän­­de) sind her­vor­ra­gend erhal­te­ne römi­sche Gebäu­de­res­te der ehe­ma­li­gen Hafen­be­bau­ung gefun­den wor­den, rhein­sei­ti­ge Stadt­mau­ern aus früh­rö­mi­scher und spät­an­ti­ker Zeit konn­ten durch die Koblen­zer Archäo­lo­gen frei­ge­legt wer­den. Bedeu­tend ist auch der Fund einer römi­schen Ther­men­an­la­ge mit meh­re­ren Becken und Fuß­bo­den­hei­zung. Neben zahl­rei­chen Mün­zen, Schmuck und Ton­ge­fä­ßen über fast 1.600 Jah­re Sied­lungs­ge­schich­te in Ander­nach sind es vor allem bau­tech­ni­sche Erkennt­nis­se die überraschen. 

Noch min­des­tens bis Ende des Jah­res kön­nen die Aus­gra­bun­gen wei­ter­ge­hen, wie F. Brü­ning­haus erläu­ter­te, ger­ne auch län­ger, so lan­ge es noch kei­ne Nach­nut­zung des Gelän­des gebe. Brü­ning­haus erwähn­te auch den enga­gier­ten Ein­satz von ehren­amt­li­chen Hel­fern bei der Aus­gra­bung. So hät­ten sich auch zwei Grund­schul­klas­sen je an einem Vor­mit­tag als Nach­­­wuchs-Archäo­­lo­­gen an der Erfor­schung der Ander­nacher Geschich­te betei­ligt und einen leben­di­ge Ein­druck von „Geschich­te“ erhal­ten. Eine sol­che Zusam­men­ar­beit kön­ne man sich auch mit ande­ren Schu­len vorstellen.

Ange­sichts der zum Teil durch­aus impo­san­ten Fun­de spra­chen sich die CDU-Ver­­­tre­­ter dafür aus, die Aus­gra­bun­gen auch bei einer Neu­be­bau­ung des Gelän­des so weit wie mög­lich zu erhal­ten, und in ein neu zu errich­ten­des Hotel, ein evtl hier­hin ver­la­ger­tes Muse­um oder eine ande­re Neu­be­bau­ung zu inte­grie­ren. „Alte Sub­stanz und moder­ne Struk­tu­ren schlie­ßen sich nicht aus, son­dern bil­den eine span­nen­de Sym­bio­se. Das ist eine der größ­ten städ­te­bau­li­chen Her­aus­for­de­run­gen in der Ander­nacher Alt­stadt, und eine gro­ße Chan­ce für die Stadt ins­ge­samt“ beton­te Hans-Georg Han­sen, kul­tur­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU. Die geplan­te Bebau­ung mit Stadt­häu­sern sol­le in offe­ner Wei­se, mit Sicht­ach­sen und Fuß­we­gen im Innen­be­reich wie­der­um unter Ein­be­zie­hung der Res­te römi­scher Zeug­nis­se gestal­tet werden.