29. Okto­ber 2012

Andernach soll Fairtrade-Stadt werden — Kampagne Fairtrade-Towns

Auf Antrag der CDU-Stadt­­­rats­­si­t­­zung hat der Ander­nacher Stadt­rat in sei­ner letz­ten Sit­zung ein­stim­mig beschlos­sen, dass sich Ander­nach als „Fair­tra­­de-Stadt“ bewer­ben soll.

Die Kam­pa­gne Fair­tra­­de-Towns wird von dem Ver­ein Trans­Fair getra­gen und bringt aus Han­del, Poli­tik und Zivil­ge­sell­schaft zusam­men. Die öko­no­mi­schen, sozia­len und öko­lo­gi­schen Stan­dards im Fai­ren Han­del ermög­li­chen gera­de in wirt­schaft­lich schwie­ri­gen Zei­ten mehr Ehr­lich­keit und Glaub­wür­dig­keit in das eige­ne Han­deln zu inte­grie­ren. Fair­tra­­de-Stadt zu wer­den, bedeu­tet daher, ein kon­kre­tes Zei­chen für eine gerech­te­re Welt zu setzen. 

Die Kam­pa­gne „Fairtra­de Towns“ ist eine welt­weit sehr erfolg­rei­che Akti­on. Mitt­ler­wei­le sind über 1.000 Städ­te in 22 Län­dern welt­weit Fairtra­de Towns. Seit Janu­ar 2009 ist nun auch Deutsch­land hin­zu­ge­kom­men. Bis Okto­ber 2012 wur­den in Deutsch­land ca. 100 Städ­te, Gemein­den und Land­krei­se aus­ge­zeich­net; dar­un­ter sind in Deutsch­land u.a. Aachen, Bonn, Trier, Saar­brü­cken, Neuss, Dort­mund und Mar­burg. Damit tra­gen die­se Städ­te dazu bei, dass die Pro­du­zen­ten in Latein­ame­ri­ka, Afri­ka und Asi­en bes­se­re Prei­se für ihre Pro­duk­te erhal­ten und sie damit mit ihren Fami­li­en ein men­schen­wür­di­ges Leben füh­ren können.

Für die CDU hat­te im Stadt­rat Hans-Georg Han­sen betont, dass Ander­nach für ein offe­nes Mit­ein­an­der und für Trans­pa­renz, für Grund- und Men­schen­rech­te, für Arbeits- und Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen, wel­che die Wür­de des Men­schen, aber auch den Erhalt der Natur ernst neh­men ein­ste­he. Der Fai­re Han­del bie­te jedem in Ander­nach und sonst­wo die Mög­lich­keit, Pro­duk­te zu kau­fen, die unter fai­ren Bedin­gun­gen her­ge­stellt wur­den. In allen Lebens­mit­tel­märk­ten sei­en eine gan­ze Rei­he von fai­ren Pro­duk­ten zu fin­den, vom Kaf­fee bis zu Rosen. Der fai­re Han­del sei dadurch eine Chan­ce, Pro­jek­te zu för­dern, die an den Ursa­chen von Not und Armut anset­zen. Sol­che Pro­jek­te geben Hoff­nung. Der Fai­re Han­del ist dar­um eine der wich­tigs­ten Säu­len einer glaub­wür­di­gen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit auf Augen­hö­he. „Fair­tra­­de-Stadt Andernach“ist kein Titel, mit dem wir uns dann irgend­wann ein­mal schmü­cken wol­len. Wir wol­len als Fair­tra­­de-Stadt kei­ne Ein­tags­flie­ge star­ten, son­dern einen Zug in Bewe­gung set­zen, der jetzt erst rich­tig Fahrt auf­neh­men soll, erklär­te Han­sen im Stadtrat.

Daher wer­de sich auch die CDU wei­ter mit dem The­ma Fai­rer Han­del beschäf­ti­gen. Han­sen ver­wies inso­weit auf eine bereits im letz­ten Jahr durch­ge­führ­te erfolg­rei­che Ver­an­stal­tung sei und die Betei­li­gung beim offe­nen Fair­tra­­de-Früh­­stück im Früh­jahr. Ähn­li­che Aktio­nen wer­de man wei­ter anbieten.

Nun wird auf­grund des Beschlus­ses des Stadt­rats eine neu gebil­de­te Steue­rungs­grup­pe, in der auch Ver­tre­ter von Schu­len, dem Ein­zel­han­del, den Kir­chen, dem Eine-Welt-Ver­­ein und der Stadt­ver­wal­tung ange­hö­ren, das erfor­der­li­che Antrags­ver­fah­ren durch­füh­ren und begleiten.