15. Mai 2010

CDU: Deutschlands ältester Kreuzweg retten — Aus dem Jahr 1499 stammend

Aus dem Jahr 1499 stam­men die weni­gen noch erhal­te­nen Sta­tio­nen eines der ältes­ten Kreuz­we­ge Deutsch­land. Vom Zustand und der Sanie­rungs­be­dürf­tig­keit konn­te sich der CDU-Arbeits­­kreis Kul­tur unter der Lei­tung Hans-Georg Han­sen und Wolf­gang Red­wanz bei einer Orts­be­ge­hung überzeugen. 

Im Mit­tel­al­ter über­tru­gen die Bür­ger meist exakt die Län­ge der Via Dolo­ro­sa in Jeru­sa­lem auf ihren hei­mi­schen Kreuz­weg. Das Ziel des in der Hei­mat ange­leg­ten Kreuz­wegs war nicht sel­ten ein Kal­va­ri­en­berg, auf dem sich eine „Gra­bes­kir­che“ oder eine Dar­stel­lung der Kreu­zi­gungs­sze­ne befand. Die­ser Hin­ter­grund lässt sich auch in Ander­nach erken­nen, wo der Kreuz­weg am Schloss, also inner­halb der his­to­ri­schen Alt­stadt beginnt und zu den „Drei­k­reu­zen“ im Bereich der heu­ti­gen Koblen­zer­stra­ße führt. 

Lei­der sind die weni­gen vor­han­de­nen Kreuz­weg­sta­tio­nen in einem sehr schlech­ten Zustand. Die­je­ni­ge in der Schloss­gar­ten­mau­er müss­te drin­gend kon­ser­viert und mit einem Wit­te­rungs­schutz ver­se­hen wer­den, um einem wei­te­ren Ver­fall vor­zu­beu­gen. Eine Kreuz­weg­sta­ti­on neben dem Amts­ge­richt wur­de von dem Pri­vat­be­sit­zer lie­be­voll­ge­schützt und durch eine hoch­wer­ti­ge moder­ne Nach­bil­dung abge­deckt, und dadurch gesi­chert. Am Gebäu­de des offe­nen Kanals ist nur noch die Sta­ti­on, nicht aber mehr die Plas­tik erhal­ten. In einem rela­tiv guten Zustand befin­det sich hin­ge­gen die Sta­ti­on gegen­über dem Sport­platz vor dem frü­he­ren Arbeits­amt an der Koblen­zer Stra­ße. Aus Sicht der CDU-Stadt­­­rats­­frak­­ti­on und des CDU-Arbeits­­krei­­ses Kul­tur müss­ten die noch vor­han­de­nen Sta­tio­nen kon­ser­viert und gesi­chert wer­den. Wei­ter regt die CDU an, in dem lee­ren Sta­ti­ons­häus­chen an der Koblen­zer­stra­ße eine moder­ne Nach­bil­dung der ehe­ma­li­gen Plas­tik anzu­brin­gen. Auch soll­te, zumin­dest an der Schloss­gar­ten­mau­er, eine Beschil­de­rung mit einer Erläu­te­rung für Tou­ris­ten ange­bracht werden. 

Wir als Ander­nacher soll­ten uns unse­res his­to­ri­schen Erbes bewusst und stolz auf die Zeu­gen unse­rer Ver­gan­gen­heit sein. Da die Kreuz­weg­sta­ti­on am Schloss­gar­ten aus dem Jahr 1499 stammt, soll­ten wir dafür Sor­ge tra­gen, dass sie nicht wei­ter ver­fällt“, for­dert Han­sen in einem Antrag an Bür­ger­meis­ter Nonn und den Kulturausschuss.