29. Sep­tem­ber 2026

CDU-Fraktion gegen Bebauung des Spielplatzgeländes in der Von-Bodelschwingh-Straße

Die Ander­na­cher CDU-Stadt­­rats­frak­­ti­on spricht sich gegen eine Bebau­ung des Spiel­platz­ge­län­des in der Von-Bodel­­schwingh-Stra­­ße aus. Die Frak­ti­on betont zugleich, dass sie den bestehen­den Bedarf an zusätz­li­chem Wohn­raum aus­drück­lich aner­kennt und sich wei­ter­hin für die Erschlie­ßung geeig­ne­ter Flä­chen im Stadt­ge­biet ein­set­zen wird.

„Wir brau­chen in Ander­nach zusätz­li­chen Wohn­raum. Aber Wohn­raum­schaf­fung darf nicht bedeu­ten, dass wir dafür wich­ti­ge Grün‑, Spiel- und Auf­ent­halts­flä­chen auf­ge­ben“, erklärt die CDU-Stadt­­rats­frak­­ti­on. Die Zustim­mung der CDU einer Mach­bar­keits­stu­die im Pla­nungs­aus­schuss habe aus­drück­lich nur der ergeb­nis­of­fe­nen Prü­fung der grund­sätz­li­chen Bebau­bar­keit gedient und sei kei­ne Vor­ent­schei­dung über eine spä­te­re poli­ti­sche Bewer­tung gewesen.

Aus Sicht der CDU erfüllt das Gelän­de in der Von-Bodel­­schwingh-Stra­­ße eine weit über die Funk­ti­on eines klas­si­schen Quar­tiers­spiel­plat­zes hin­aus­ge­hen­de Bedeu­tung. Die Flä­che wird nach Anga­ben der Frak­ti­on ganz­jäh­rig von der benach­bar­ten städ­ti­schen Kin­der­ta­ges­stät­te Schil­ler­ring genutzt. Zudem dient sie in den Som­mer­mo­na­ten der Eli­sa­beth­schu­le und der Grund­schu­le St. Ste­phan als Aufenthalts‑, Bewe­­gungs- und Spielfläche.

Hin­zu kommt die Bedeu­tung der Grün­flä­che für das Wohn­um­feld. Gera­de in einem dicht bebau­ten Bereich mit zahl­rei­chen Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern und nur ein­ge­schränk­ten pri­va­ten Frei­flä­chen sind öffent­li­che Grün- und Auf­ent­halts­be­rei­che von beson­de­rem Wert. Der vor­han­de­ne Baum­be­stand und die unver­sie­gel­te Flä­che tra­gen zudem zur Auf­ent­halts­qua­li­tät und zum Mikro­kli­ma im Quar­tier bei.

„Gera­de ange­sichts zuneh­men­der Hit­ze­be­las­tun­gen müs­sen wir die vor­han­de­nen Frei­räu­me im Umfeld von Schu­len und Kin­der­ta­ges­stät­ten erhal­ten. Wer mehr Hit­ze­schutz for­dert, muss auch dafür sor­gen, dass bestehen­de Grün­flä­chen nicht leicht­fer­tig ver­lo­ren gehen“, so die CDU-Fraktion.

Die von zahl­rei­chen Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­nern geäu­ßer­ten Beden­ken gegen einen Ver­lust der Grün- und Frei­flä­che sei­en vor die­sem Hin­ter­grund nach­voll­zieh­bar und müss­ten im wei­te­ren Ent­schei­dungs­pro­zess ange­mes­sen berück­sich­tigt werden.

Gleich­zei­tig macht die CDU deut­lich, dass die Schaf­fung von Wohn­raum wei­ter­hin eine wich­ti­ge kom­mu­nal­po­li­ti­sche Auf­ga­be bleibt. Statt eta­blier­te Spiel‑, Grün- und Auf­ent­halts­flä­chen in Anspruch zu neh­men, soll­ten zunächst bereits ver­sie­gel­te, unge­nutz­te oder min­der­ge­nutz­te Flä­chen stär­ker in den Blick genom­men wer­den. Dazu zäh­len aus Sicht der Frak­ti­on unter ande­rem Leer­stän­de, sanie­rungs­be­dürf­ti­ge Gebäu­de, geeig­ne­te Berei­che für Nach­ver­dich­tung sowie wei­te­re bereits bau­lich vor­ge­präg­te Flä­chen im Stadtgebiet.

Als mög­li­che Ent­wick­lungs­po­ten­zia­le nennt die CDU unter ande­rem Berei­che an der Brei­ten Stra­ße, das ehe­ma­li­ge Tho­­mas-Becket-Are­al, den Bereich der heu­ti­gen Feu­er­wa­che sowie Flä­chen an der Kon­­rad-Ade­n­au­er-Allee gegen­über dem Lidl-Markt.

„Wohn­raum­schaf­fung und der Erhalt wich­ti­ger Grün­flä­chen dür­fen kei­ne Gegen­sät­ze sein. Unser Ziel muss sein, bei­de Inter­es­sen mit­ein­an­der in Ein­klang zu brin­gen. Des­halb wol­len wir zunächst dort neue Woh­nun­gen ermög­li­chen, wo dies mit mög­lichst gerin­gen Ein­grif­fen in bestehen­de sozia­le, öko­lo­gi­sche und städ­te­bau­li­che Struk­tu­ren mög­lich ist“, betont die CDU-Stadtratsfraktion.

Die CDU-Frak­­ti­on kommt daher nach sorg­fäl­ti­ger Abwä­gung zu dem Ergeb­nis, dass eine Bebau­ung des Spiel­platz­ge­län­des in der Von-Bodel­­schwingh-Stra­­ße für die­sen Bereich der Süd­stadt der fal­sche Weg ist und spricht sich gegen eine ent­spre­chen­de Ent­wick­lung aus.