22. August 2011

Unterschriftenlisten überreicht – Kritik an Justizreform bleibt — Oberlandesgericht und Generalstaatsanwaltschaft müssen in Koblenz bleiben

Mecht­hild Heil, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te und Vor­sit­zen­de des CDU-Stadt­­­ver­­­ban­­des über­reich­te dem Vor­sit­zen­den des Rich­ter­ra­tes am OLG Koblenz, Dr. Peter Itzel einen gan­zen Sta­pel Unter­schrif­ten­lis­ten; vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger spre­chen sich dar­in mit ihrer Unter­schrift für den Erhalt des Ober­lan­des­ge­rich­tes und der Gene­ral­staats­an­walt­schaft in Koblenz aus.

Wir haben die­se Lis­ten unter ande­rem an Info-Stän­­den und bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung aus­ge­legt, die Reso­nanz war über­wäl­ti­gend. Die Bür­ger ver­ste­hen die ein­sa­me Ent­schei­dung des Minis­ter­prä­si­den­ten und sei­ner Lan­des­re­gie­rung nicht, beson­ders weil kei­ne trag­fä­hi­gen Argu­men­te und Kos­ten­rech­nun­gen vor­ge­legt wur­den. Ein sol­ches Ver­fah­ren ver­stärkt den Ein­druck, dass sich die­se Lan­des­re­gie­rung mei­len­weit von ihrem Anspruch der Bür­ger­nä­he ent­fernt hat. Mehr noch: Spar­maß­nah­men dür­fen nicht zu Las­ten einer unab­hän­gi­gen Jus­tiz voll­zo­gen wer­den“ erklär­te Mecht­hild Heil. Immer­hin soll nun eine unab­hän­gi­ge Exper­ten­kom­mis­si­on mit einer ergeb­nis­of­fe­nen Prü­fung einer mög­li­chen Jus­tiz­re­form beauf­tragt werden. 

Auch Julia Klöck­ner, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der CDU im Main­zer Land­tag hält nicht mit Kri­tik am Vor­ge­hen zurück: „Kon­struk­ti­on, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Kri­sen­ma­nage­ment im Kon­text der so genann­ten Jus­tiz­re­form sind eine Kata­stro­phe, das Cha­os reißt nicht ab: Der Gene­ral­se­kre­tär der SPD hat in einer Pres­se­mit­tei­lung am 12. August die Lan­des­re­gie­rung ermahnt, eine Jus­tiz­re­form kön­ne nur im ‚ver­trau­ens­vol­lem Kon­takt mit den Jus­tiz­an­ge­hö­ri­gen und den betrof­fe­nen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern erfol­gen‘. Zeit­gleich erklär­te der Vor­sit­zen­de der Grü­­nen-Regie­­rungs­­­frak­­ti­on, Ver­tre­ter des OLG-Koblenz blie­ben auch künf­tig aus­ge­schlos­sen. Anstatt die Wogen zu glät­ten, erzeu­gen die unei­ni­gen Koali­tio­nä­re immer neue Wel­len. Als Höhe­punkt lässt sich nun auch noch der inhalt­lich ver­ant­wort­li­che Jus­tiz­mi­nis­ter Hart­loff mit den Wor­ten zitie­ren: ‚Jetzt soll irgend­je­mand der Schwar­ze Peter zuge­scho­ben wer­den‘ und betont ‚alle wich­ti­gen Beschlüs­se‘ sei­en ‚gemein­sam gefasst‘ wor­den. Wen meint Herr Hart­loff? Wer ver­sucht ihm den Schwar­zen Peter bei die­ser ver­korks­ten so genann­ten Jus­tiz­re­form zuzu­schie­ben? Unei­nig­keit und gegen­sei­ti­ge Schuld­zu­wei­sun­gen sind kei­ne gute Grund­la­ge für nach­hal­ti­ge und klu­ge Reform­über­le­gun­gen“, so Klöckner.

Mecht­hild Heil, MdB, ist sich mit dem Ver­ein Pro Jus­tiz Rhein­land e.V. einig: „Wir wer­den die Arbeit der Exper­ten­kom­mis­si­on auf­merk­sam und sorg­fäl­tig beob­ach­ten und bie­ten der Lan­des­re­gie­rung eine kon­struk­ti­ve Zusam­men­ar­beit an. Das Ziel bleibt der Erhalt des Stand­or­tes Koblenz und damit der Erhalt von zahl­rei­chen Arbeits­plät­zen am und um das Ober­lan­des­ge­richt, die ansons­ten mit­tel­fris­tig gefähr­det wären. Dies wäre zum Scha­den der gan­zen Regi­on Koblenz.

Bür­ger­nä­he und nach­voll­zieh­ba­re Ent­schei­dun­gen tra­gen zur Glaub­wür­dig­keit der Poli­tik bei. Wir for­dern die Lan­des­re­gie­rung auf, nicht zu beschwich­ti­gen, son­dern im Sin­ne einer bür­ger­na­hen Jus­tiz zu ent­schei­den“ so Heil abschließend.